Einst war die Pleißeaue im Altenburger Land artenreich und durch feuchte Wiesenflächen mit Senken und Tümpeln geprägt. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts jedoch sind zahlreiche Tier- und Pflanzenarten dieses Lebensraums verschwunden bzw. vom Aussterben bedroht. Intensiv genutzte landwirtschaftliche (meliorierte) Flächen prägen das Bild.

Ende 2008 begann der Förderkreis Mauritianum Altenburg e.V. (heute Naturforschende Gesellschaft Altenburg e. V.) und die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe das ENL-Projekt „Pleißeaue Altenburger Land – Maßnahmen zur Entwicklung der Natura 2000-Gebiete im Altenburger Land, Thüringen“. Durch die Förderung von Europäischer Union und Freistaat Thüringen wurden bis zum Jahr 2011 entlang eines ca. 7,5 km langen Flußabschnittes in zwei Gebieten der europäischen Fauna-Flora-Habitatrichtlinie (FFH) Kleingewässer neu angelegt, 2.500 m Gräben wieder hergestellt, Wiesen wieder vernässt und einer extensiven Bewirtschaftung zugeführt. Feuchtwiesen, auetypische Gehölze und naturnahe Aue-Lebensräume konnten sich neu entwickeln.

Schutzziele waren unter anderem die Erhaltung der großflächigen mageren Flachland-Mähwiesen (FFH-Lebensraumtyp 6510) mit Beständen des Großen Wiesenknopfes (Sanguisorba officinalis) und Vorkommen der Wiesenknopf-Ameisenbläulinge (Maculinea nausithous Bergsträsser, 1779 und Maculinea teleius Bergsträsser, 1779) sowie die Optimierung der Bedingungen für Kammmolch (Triturus cristatus Laurenti, 1768) und Fischotter (Lutra lutra Linnaeus, 1758) in eutrophen Stillgewässern (FFH-Lebensraumtyp 3150). Ebenso standen die Fließgewässer mit Unterwasservegetation (FFH-Lebensraumtyp 3260) sowie die einzige Thüringer Populationen der Wechselkröte (Bufo viridis Laurenti, 1768) in Primärhabitaten im Mittelpunkt des Projektes.

Ein vielversprechender Projektansatz, in dem die Bereiche Naturschutz, Landschaftspflege, Landwirtschaft und Naherholung miteinander verbunden werden.

Träger: NfGA, NABU-Stiftung Nationales Naturerbe