Hier investiert Europa und der Freistaat Thüringen in die ländlichen Gebiete.

Projektzeitraum: 01.07.2021 bis 31.03.2023

Mit dem Verlust der wirtschaftlichen Bedeutung der Streuobstwiesen haben sich ihre Anzahl und ihre Fläche kontinuierlich verringert. Zwar sind Streuobstwiesen inzwischen per Naturschutzgesetz geschützt, jedoch gehen weiterhin viele Flächen in Folge der Nutzungsaufgabe verloren. Noch drastischer ist die qualitative Verschlechterung der Baumbestände. Die Mehrzahl der Bäume ist nicht oder nur unzureichend gepflegt, regelmäßiger Baumschnitt ist die Ausnahme. Die Gefährdungssituation spiegelt sich auch im Rückgang mehrerer europaweit geschützter Vogelarten wider, die ihren Lebensraum in Streuobstwiesen haben. Aber auch andere Artengruppen wie Insekten, Fledermäuse oder Bilche sind von der negativen Entwicklung betroffen.

Ziel des Projektes ist es, den Lebensraum Streuobstwiesen langfristig zu sichern und somit die Lebensraumbedingungen für zahlreiche gefährdete Arten der Streuobstwiesen deutlich zu verbessern. Im Mittelpunkt stehen als Schirmarten der Wendehals, der Hirschkäfer und die Kleine Hufeisennase. Das positive Image der Zielarten bietet die Möglichkeit das Natura 2000-Netzwerk auch für den Kulturlandschaftserhalt zu nutzen. Nach dem Motto „Was man nutzt, dass pflegt man auch!“ kann man dieses wertvolle Kulturgut erhalten. Neben der Pflege und Nachpflanzung der Obstbäume spielt die Erhaltung und Entwicklung von artenreichem Grünland im Unterwuchs eine zentrale Rolle. Hierbei wird insbesondere ein Schwerpunkt auf FFH-Lebensraumtypen gelegt.

Erreicht werden sollen die Projektziele durch nachfolgende Umsetzungsmaßnahmen:

  • Entbuschung aufgelassener Streuobstwiesen
  • fachgerechter Pflegeschnitt alter Obstbäume zur Erhaltung der Bäume bis ins hohe Alter
  • Erhalt totholz- und höhlenreicher Bäume und Baumruinen durch Stabilisierungsschnitte
  • Nachpflanzung von hochstämmigen Obstbäumen (incl. Fertigstellungspflege)
  • Erhalt von artenreichen Grünlandbeständen unter Streuobst mittels extensiver Mahd bzw. Beweidung durch Flächenvermittlung und Nutzerberatung
  • Anbringen von Nistkästen für weitere Charakterarten der Streuobstwiesen, wie z.B. Niströhren für Fledermäuse, Wendehals, Steinkäuze etc.
  • Schaffung von Habitatrequisiten wie Totholz- und Lesesteinhaufen für Reptilien (z.B. Zauneidechse) und Kleinsäuger

Hauptbestandteil des Projektes ist zudem die Öffentlichkeitsarbeit:

  • Durchführung von Festen
  • Schulungsangebote im Rahmen von Fachvorträgen, Schnitt,- Sortenbestimmungs- und Veredlungskursen
  • umfangreiche Inforationsvermittlung durch Pressemitteilungen, Anschauungsmaterialien, Beschilderungen
  • Setzen von Impulsen zur Schaffung von Wertschöpfungsketten und Netzwerken durch Baumpatenschaften, Pflanzaktionen etc.
  • Wissensvermittlung für Kinder mittels Infomaterialien, Führungen etc.

Die Maßnahmen konzentrieren sich schwerpunktmäßig auf Streuobstwiesen in FFH- und SPA-Gebieten rund um die Ohrdrufer Muschelkalkplatte einschließlich verbindender Flächen und/oder auf Streuobstwiesen mit Vorkommen von Zielarten bzw. FFH-Lebensraumtypen, sowie auf Flächen, die die Natura 2000-Gebiete strukturell miteinander verbinden.

ANSPRECHPARTNER

Natura 2000-Station Gotha / Ilm-Kreis,
Nils Heinrich, Marie Scheller
Markt 15
99869 Drei Gleichen / OT Mühlberg
Telefon: 036256/ 153964, 015737293657
E-Mail: heinrich@nfga.de, scheller@nfga.de