20.03.2018 – 18 Uhr – Eröffnungsvortrag zur Sonderausstellung: „Der Star – Imitationstalent und Formationskünstler“ (Sonderausstellung des NABU zum Vogel des Jahres 2018)

Der Star macht seinem Namen alle Ehre: er ist ein Superstar der Stimmenimitation und ein exzellenter Synchronflieger. Ob es die Gesänge anderer Vogelarten sind oder Umgebungsgeräusche, Handyklingeln, Hundebellen, Weckerticken, Polizeisirene, Autoalarmanlage – der Star versteht es, diese perfekt zu imitieren und in seinen Gesang einzubauen. Ein einzigartiges Naturschauspiel, mit dem kaum eine andere Vogelart aufwarten kann, bietet die Schwarmbildung der Stare. Besonders in Teichgebieten ist im Herbst allabendlich eine Stunde vor Sonnenuntergang zu beobachten, wie imposante Schwarmwolken aus vielen tausend Staren am Himmel auftauchen, perfekt synchronisierte Flugmanöver vorführen, bevor sie sich schlagartig im Schilf niederlassen. Obwohl der Star nicht selten und zahlreich zu beobachten ist, wurde er vom NABU zum Vogel des Jahres 2018 ausgewählt. Er ist ein Paradebeispiel dafür, wie es um unsere eigentlich häufig vorkommenden Vogelarten bestellt ist. Seit der Jahrtausendwende sind seine Bestände rückläufig, da seine bevorzugten Lebensräume wie Weiden, Wiesen und Felder immer intensiver genutzt werden. Er benötigt Baumhöhlen zum Brüten und Nahrungsflächen mit kurzer Vegetation, in denen er Würmer und Insekten findet. Doch Hecken und Feldgehölze „stören“ beim intensiven Bewirtschaften der Äcker. Auch die zunehmende Haltung von Nutztieren ausschließlich in Stallanlagen setzt dem Star zu. Grasen keine Weidetiere, so fehlt auch deren Mist auf der Weide und damit die dadurch angelockten Insekten, eine wichtige Nahrung für den Star. Aktuell brüten etwa zwei Millionen Staren-Paare weniger in Deutschland als noch vor zwanzig Jahren.

 „Der Star – Imitationstalent und Formationskünstler“ heißt die neue Sonderschau, die am Dienstag, dem 20. März im Naturkundemuseum Mauritianum Altenburg eröffnet wird. Eindrucksvolle Fotos und Plakate beleuchten seine „Talente“, erzählen über seine Lebensweise und machen auf die Gefährdungsursachen aufmerksam. Um 18 Uhr stellt Museumsdirektor Mike Jessat den Vogel des Jahres 2018 im Rahmen seines Eröffnungsvortrages näher vor. Interessenten sind herzlich eingeladen.

Vogel Star Wildlife

Foto: NABU, Georg Dorff

 
 

17.03.2018 – 09:30 bis 14 Uhr – Forschend im Altenburger Land unterwegs Vortragsveranstaltung der Naturforschenden Gesellschaft Altenburg mit Kurzvorträgen zur regionalen Tier- und Pflanzenwelt

Die Naturforschenden Gesellschaft Altenburg (NfGA) lädt auch in diesem Jahr wieder zu einer öffentlichen Vortragsveranstaltung in das Naturkundemuseum Mauritianum ein. Am Samstag, dem 17.03.2018, soll von wissenschaftlichen Aktivitäten und Naturbeobachtungen im Altenburger Land berichtet werden. Diesmal sind aber nicht nur die „Alten Hasen“ am Start. Erstmals kommen auch Nachwuchswissenschaftler aus dem Altenburger Land zu Wort. Die Schüler Conrad Linzer (Schmölln) und Inga Endtmann (Windischleuba) präsentierten ihre eigenen Forschungsarbeiten, welche bereits erfolgreich beim Regionalwettbewerb von „Jugend forscht“ am 1. und 2. März in Rositz vorgestellt wurden. Um 9.30 Uhr starten die Referenten mit ihren ca. 20minütigen Vorträgen über wissenschaftshistorische und überwiegend botanische Themen. Ab 11.30 Uhr stehen dann pilz- sowie mooskundliche und zoologische Arbeiten im Vordergrund. Bis etwa 14.00 Uhr besteht für alle Interessierten die Möglichkeit, ihr eigenes Wissen zu vertiefen, Neues zu erfahren oder mit den Vortragenden ins Gespräch zu kommen. Die Naturforschende Gesellschaft Altenburg und das Mauritianum freuen sich auf Ihren Besuch.

Junges Gemüse

Forschernachwuchs am Start. Der Sieger der Sparte Biologie des Regionalwettbewerbes „Jugend forscht“ in Rositz wird bei der Vortragsveranstaltung der NfGA seine Untersuchungen zu „Neozoen und Neophyten im Stadtgebiet von Schmölln“ vorstellen

 

Programm der Vortragsveranstaltung der NfGA am 17. März 2018

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Dr. Hartmut Baade:

Dr. Franz Thierfelder – eine Würdigung eines bedeutenden Regionalwissenschaftlers anlässlich seines 50. Todestages

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Inga Endtmann:

Festgeklebt und Eingeschlossen für die Ewigkeit? – Pollen in Harz (und Bernstein)

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Conrad Linzer:

Neozoen und Neophyten im Stadtgebiet von Schmölln

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Wolfgang Paritzsch:

Historische Fotos aus dem Leinawald – Erinnerungen eines Revierförsters

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Pause

Peter Meese:

Mein Weg zur Botanik und Beobachtungen im Altenburger Land

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Dr. Steffen Schmidt:

Großer und Kleiner Leberegel und Anmerkungen zu deren aktueller Verbreitung im Altenburger Land

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Maximilian Olbrich:

Anmerkungen zur Libellenfauna des Naturschutzgebietes „Phönix-Nord“

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Dietmar Löffler:

Pilzkartierung im Altenburger Land und Pilzherbar Dietmar Löffler

13.03.2018 – 18 Uhr – Ivo Rapsilber (Halle): Der Bitterfelder Bernstein und seine Einschlüsse – Ein Überblick

Als „Gold des Nordens“ oder „Tränen der Götter“ wird er gern bezeichnet – der Bernstein. Mancher hatte bereits das Glück ein kleines Stückchen am Ostseestrand selbst zu finden. Doch auch in Mitteldeutschland sind Bernstein-Funde möglich. Als das bekannteste Bernstein-Fundgebiet gilt der ehemalige Braunkohlen-Tagebau Goitsche bei Bitterfeld. Der naturwissenschaftliche Vortrag des Mauritianums am 13. März widmet sich speziell dem Bitterfelder Bernstein und all seinen Facetten. Der Referent, Herr Ivo Rappsilber vom Landesamt für Geologie und Bergwesen in Halle, gilt als ausgesprochener Bernstein-Spezialist. In seinem Vortrag wird er die Eigenschaften des seltsamen Steins, der eigentlich kein Stein, sondern ein fossiles Harz, ist und seine verschiedenen natürlichen Formen vorstellen. Thematisiert werden gleichfalls die in der Bitterfelder Bernsteinlagerstätte besonders reichhaltig auftretenden Bernsteinarten. Sie decken ein beeindruckendes Farbspektrum ab. Die Interessenten erfahren eher wenig bekannte Fakten aus der Entdeckungsgeschichte von Bernsteinen im Gebiet um Bitterfeld sowie deren Abbau und Verwendung. Letztendlich werden die Zuhörer sogar zu einer Zeitreise in den Bitterfelder Bernsteinwald eingeladen. Anhand prächtiger Fotos von im Bernstein eingeschlossenen Lebewesen, sogenannter Inklusen, wird die Jahrmillionen alte Fauna und Flora erkundet. Der Vortrag beginnt um 18.00 Uhr, Interessenten sind herzlich eingeladen.

Schnaken in Bernstein

Im Bitterfelder Bernstein eingeschlossene Schnaken

Foto: Ivo Rappsilber