28.04.2018 – 10:00 Uhr – Dr. Elisabeth Endtmann & Felix Pokrant (Naturforschende Gesellschaft Altenburg): Die Kreuzotter im Pöllwitzer Wald – Der einzigen Giftschlange Deutschlands auf der Spur

Kreuzotter-Exkursion im Pöllwitzer Wald

Der einzigen Giftschlange Thüringens auf der Spur

Die Naturforschende Gesellschaft Altenburg lädt am 28. April 2018 erneut zu einer ca. 1,5 stündigen naturkundlichen Familien-Wanderung im Pöllwitzer Wald (Landkreis Greiz) ein. Unter dem Titel „Die Kreuzotter im Pöllwitzer Wald – Der einzigen Giftschlange Thüringens auf der Spur“ werden Felix Pokrant von der Natura 2000-Station „Auen, Moore, Feuchtgebiete“ und Dr. Elisabeth Endtmann vom ENL-Projekt „Zwergstrauchheiden Pöllwitzer Wald II“ Wissenswertes über die Lebensweise und Möglichkeiten des Schutzes der Kreuzotter vermitteln. Zwischen Heidekraut, Preisel- und Heidelbeere sowie Gras ist die Kreuzotter aufgrund ihrer Färbung und ihres eher ruhigen Verhaltens eher selten zu entdecken. Die scheue Schlange flüchtet nämlich oft vollkommen unbemerkt und greift von sich aus niemals an. In Thüringen hat die Art in den letzten Jahrzehnten massive Bestandseinbußen hinnehmen müssen. Dennoch befindet sich im Pöllwitzer Wald ein bedeutendes Vorkommen.

Bei Sonnenschein können sicherlich, wie auch im vergangenen Jahr, einzelne Kreuzottern oder Waldeidechsen beobachtet werden. Bei weniger „reptilienfreundlichem“ Wetter werden die Besonderheiten der beiden, auch an kühlere Klimabedingungen angepassten Kriechtiere anhand von lebensecht gestalteten Modellen erläutert. Um die Tiere nicht zu beunruhigen, werden die Teilnehmer gebeten, keine Hunde mitzubringen. Die Wanderung beginnt um 10.00 Uhr an der Waldschranke in Wellsdorf (Gemeinde Langenwetzendorf, oberhalb des Schullandheims). Sie führt auf die Heideflächen der sog. Lehrgrenze im Pöllwitzer Wald. Dort wird auch über die bisherigen Maßnahmen zum Heideschutz, wie z.B. die Beweidung mit Ziegen, Schafen, Ponys und Eseln und ihre ersten Erfolge berichtet. Festes Schuhwerk ist für die Teilnehmer von Vorteil.

Kreuzotter-Männchen

Kreuzotter-Männchen

Nachwuchs bei den Heckrindern im Pöllwitzer Wald

Im Pöllwitzer Wald (Landkreis Greiz) erlebten sowohl die Mitarbeiter der Naturforschenden Gesellschaft Altenburg (NfGA) als auch der Leiter des Forstrevieres Herr Zimmermann-Safar eine gelungene Überraschung. Ganz unverhofft stand Mitte April ein kleines Heckrind-Kälbchen auf der Weide. Seit Juli vergangenen Jahres weiden auf den Flächen des ehemaligen NVA-Schießplatzes drei junge Kühe. Heckrinder sind Nachzüchtungen des 1627 in Deutschland ausgerotteten Auerochsen, der Stammform des heimischen Hausrindes. Die Tiere fressen auf den Naturerbe-Flächen der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) im Dienste des Naturschutzes. Da sie sehr anpassungsfähig und robust sind, verbrachten sie auch den Winter auf der Fläche, fraßen überständiges Gras und verbissen auch zahlreiche neu aufwachsende Gehölze auf den Wiesen- und Heideflächen. Sie sollen so den offenen und abwechslungsreichen Charakter der Landschaft ohne Mahd erhalten und damit im Naturschutz Kosten sparen. Ansonsten würden sich Birken, Kiefern und Fichten die Flächen rasch zurück erobern. Der Verlust vieler licht- und wärmeliebende Tier- und Pflanzenarten wäre die Folge. Um die Artenvielfalt langfristig und kostengünstig zu erhalten, wurde im vergangenen Jahr die NfGA mit der Beweidung beauftragt. Die Tiere wurden eigens für den Einsatz im Pöllwitzer Wald angeschafft. Dass eine der jungen Kühe bereits gedeckt war, ahnte niemand. Doch trotz des geringen Alters der Heckrinder kommen Mutter und Kälbchen gut zurecht. Unterstützt werden die zwei durch eines der vier, ebenfalls auf der Fläche weidenden, Shetland-Ponys. Geradezu liebevoll bewacht es jeden Schritt des kleinen Heckrindes und geleitet es zum Säugen zu seiner Mutter.

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt, der Bundesforstbetrieb und die Naturforschende Gesellschaft laden Naturliebhaber und Neugierige herzlich ein, die „Landschaftspfleger“ vom Wanderweg aus zu beobachten. Es wird aber dringend gebeten, die Tiere nicht mit Lebensmitteln oder Küchenabfällen zu füttern. Sowohl die Heckrinder als auch die Shetland-Ponys sind an das Fressen von Gräsern, Blättern und Zweigen bestens angepasst. Andere Nahrung führt dagegen zu schweren Erkrankungen der Tiere. Am besten startet man seine Entdeckungstour durch den Pöllwitzer Wald übrigens vom Wanderparkplatz in Neuärgerniß (Gemeinde Langenwetzendorf).

Abb1Endtmann Seit Juli 2017 weiden drei Heckrinder auf dem ehem. Schießplatz im Pöllwitzer Wald.

Abb2b Endtmann_zur Auswahl

Abb 2a_Endtmann_zur Auswahl

Im April stellte sich bei den Heckrindern überraschend Nachwuchs ein.

Eines der dort ebenfalls weidenden Shetland-Ponys betreut das kleine Kälbchen zusätzlich.

 

04.05.2018 – 19:00 Uhr – Anja Rohland (Mauritianum): Sie kommen, wenn es dunkel wird – Ein Fledermauserkundungsabend für Kinder.

Gemeinsam begeben wir uns auf einen abendlichen Streifzug durch den Schlosspark Altenburg, um den geheimnisvollen Kobolden der Nacht auf die Spur zu kommen. Bis zum Auftauchen der ersten Fledermäuse im Schlosspark erfahrt ihr viel Erstaunliches und Wissenswertes über die verborgen lebenden Tiere. Danach geht es ausgerüstet mit einem Ultraschalldetektor auf Spurensuche. Gerne kann eine Taschenlampe mitgebracht werden.

Treffpunkt: vor dem Naturkundemuseum Mauritianum, Parkstraße 1, 04600 Altenburg
Fledermäuse

Zwergfledermäuse – typische Spaltenbewohner an Gebäuden

28.04.2018 – 08:00 Uhr – Mike Jessat (Mauritianum): Vogelstimmenexkursion auf dem Altenburger Friedhof

„Morgengezwitscher auf dem Altenburger Friedhof“

Pfeifen, zwitschern, schlagen, tirilieren, klingeln, flöten, schmettern – so verschieden sind die Gesänge unserer heimischen Vögel, die im Frühling beginnen, ihre Reviere abzustecken und Nester zu bauen.

Wer sich im Erkennen heimischer Vogelarten anhand derer Stimmen üben möchte, kann sich zu einer Vogelstimmenexkursion, am 28. April um 8.00 Uhr, unter Führung von Mike Jessat einfinden. Auf dem Weg über den städtischen und kirchlichen Friedhof in Altenburg gibt es zur Morgenstunde eine große Vielfalt zu erlauschen. Mit etwas Glück lässt sich auch der eine oder andere Vogel blicken, weshalb wir empfehlen, ein Fernglas mitzubringen. Besonderheiten in den vergangenen Jahren waren dort das mit zarter Stimme wispernde Wintergoldhähnchen und einige Male auch ein kräftig „schlagendes“ Nachtigall-Männchen.

Treffpunkt: Eingang des städtischen Friedhofs Altenburg, Grüntaler Weg, 04600 Altenburg
 
Gartenrotschwanz_W.Zimmermann klein

Gartenrotschwanz

14.04.2018 – 08:00 Uhr – Mike Jessat (Mauritianum): Vogelstimmenexkursion im Schlosspark Altenburg

„Alle Vögel sind schon da …“

Amsel, Drossel, Fink und Star erkennen Sie schon? Aber was pfeift und singt denn da noch? Zum Erkennen unserer gefiederten Mitbewohner spielt der Gesang eine wesentliche Rolle. Das Naturkundemuseum Mauritianum lädt am 15. April um 8.00 Uhr zu einer Vogelstimmen-exkursion in den historischen Schloßpark Altenburg ein, wo eine Vielzahl an Vogelstimmen zu hören ist. Doch welche Stimme gehört zu welchem Vogel? Mike Jessat stellt die Vögel des Parks vor, welche ihre Brutreviere bezogen und teilweise mit dem Nestbau begonnen haben.

Es werden ca. zwanzig Vogelarten erwartet, so dass diese Exkursion gut für „ornithologische Einsteiger“ aber auch zur Auffrischung der Kenntnisse aus den Vorjahren geeignet ist. Nach der Tour bietet sich ein Besuch des Naturkundemuseums Mauritianum an, welches ab 10 Uhr geöffnet ist (Eintritt frei). Mitzubringen sind wetterfeste Kleidung und ein Fernglas.

Treffpunkt: vor dem Naturkundemuseum Mauritianum, Parkstraße 1, 04600 Altenburg

Buntspecht W.Zimmermann

Buntspecht

10.04.2018 – 18 Uhr – Vortrag Simon Rockstroh & Anja Roland (Naturforschende Gesellschaft Altenburg): Wildnis aus der Grube – große Weidetiere als Landschaftsgestalter in der Bergbaufolgelandschaft des Altenburger Landes

In unserer intensiv genutzten Landschaft gehören Offenlandflächen in der Bergbaufolgelandschaft heute zu den wertvollsten Naturräumen. Zahlreiche seltene, geschützte und bedrohte Tier- und Pflanzenarten finden hier geeigneten Lebensraum. Der Erhalt solcher Flächen ist ein wichtiges Anliegen der Naturforschenden Gesellschaft Altenburg.

Ohne landschaftsgestaltende Maßnahmen breiten sich jedoch auf den wertvollen Offenlandflächen schnellwüchsige Bäume und Sträucher aus. Dabei verschwinden zunehmend die wertgebenden Sonderstandorte und darauf angewiesene, teilweise stark bedrohte Tier- und Pflanzenarten verlieren ihren Lebensraum. Die Arten- und Biotopvielfalt geht somit auch in den Naturräumen beträchtlich zurück.

Zum Erhalt wertvoller Offenlandstandorte auf großen Flächen ist die naturnahe Ganzjahresbeweidung mit großen Pflanzenfressern eine der innovativsten Maßnahmen des Naturschutzes in Deutschland.

Wie Wildpferd, Wasserbüffel und Co. Lebensräume für Vögel und andere bedrohte und geschützte Arten schaffen, erzählt der Vortrag „Wildnis aus der Grube – große Weidetiere als Landschaftsgestalter in der Bergbaufolgelandschaft des Altenburger Landes“. Die Referenten Simon Rockstroh und Anja Rohland laden am 10.04.18 alle interessierten Zuhörer 18 Uhr herzlich ins Mauritianum ein.

Konix-Herde

Konik-Herde in der Oranienbaumer Heide